Risiken und Folgen

Gesundheitliche Folgen und Risiken bei Ess-Störungen

Durch den Vorgang des Erbrechens von Nahrung, dem Gebrauch von Abführmitteln, oder der zu geringen Menge von Nahrung, können schwerwiegende körperliche Schäden verursachet werden. Häufig aufgrund der mangelnden regelmäßigen und ausgeglichen Zufuhr von Nähr- und Vitalstoffen, was zu einer Mangel- und Fehlernährung führt.


Sichtbare Veränderungen können sein:

  • Trockene Haut („Haut als Spiegel der Seele“)
  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel oder Verformung der Nägel (Uhrglasnägel)
  • Bei Bulimie – Zahnschäden (durch Übersäuerung im Mundraum)
  • Bei Bulimie – Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen (führt zu sichtbaren „Hamsterbacken“)
  • Druckschwielen an Fingern oder Handrücken vom Erbrechen
  • Schnittverletzungen durch autoaggressives Verhalten (aggressives Verhalten wird gegen die eigene Person gerichtet und führt zu Selbstverletzungen)
  • Häufig müdes Erscheinungsbild
  • Magersucht – extreme Erscheinung / knöchriges Aussehen
  • (…)

Organische Risiken und Folgen können sein:

  • Bulimie- Entzündungen der Speiseröhre und Speicheldrüse
  • Massive Störungen des Elektrolyt-Haushaltes (Kalium-, Eisen-, Calciummangel), die bis zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen können
  • Magengeschwüre durch die starkes Beanspruchung des Magens
  • Gravierende Folgen im Langzeitverlauf sind Nierenschäden und Osteoporose
  • Durchfall und Verstopfung (oft im Wechsel)
  • Kreislaufprobleme, tiefer Blutdruck (häufiges frieren)
  • Beeinträchtigung des Stoffwechsels und Hormonhaushalts bis zum Ausbleiben der Monatsblutung
  • Schädigung des Körpers durch Missbrauch von Alkohol, Nikotin, Drogen oder Medikamenten
  • (…)

Psychische Risiken und Folgen können sein: 

Ess-Störungen führen häufig zu sozialem Rückzug und emotionaler Einsamkeit. Dabei sind Betroffene durchaus sozial integriert und häufig sehr gefragte Beraterinnen, was die Probleme anderer betrifft. Ich bezeichne dieses Verhalten als Maskenball. Die Personen sind äußerlich freundlich, wirken aktiv und zufrieden, innerlich jedoch fühlen sie sich müde, einsam, nicht wahrgenommen und es fehlt der aufrichtige zwischenmenschliche Austausch. Dieser wird durch Gefühle von Scham, Minderwertigkeit und dem Gedanken: „andere mit den eigenen Problemen zu belasten“, erschwert.

Das Gefühl nicht wahrgenommen zu werden, wird oft von dem Gefühl nicht verstanden zu werden begleitet. Aussenstehenden fällt es schwer die Welt durch die „Brille“ einer essgestörten Person zu betrachten. Kommentare wie: „du siehst doch gut aus“ oder „bei dir ist doch eingentlich alles in Ordnung“ verstärken das Gefühl nicht verstanden zu werden, da das subjektive Empfinden nicht respektiert wird. Dieser soziale und emotionale Rückzug wird häufig von depressiven Verstimmungen begleitet.

Minderwertigkeitsgefühle und die Unzufriedenheit mit der eigenen Person lassen die Ess-Störung oft zur schweren Belastung von Partnerschaften und sozialen Beziehungen werden. Frauen oder Männer leiden sehr darunter, sich nicht attraktiv zu finden. Das Gefühl nicht begehrenswert zu sein, kann letztlich im sexuellen Rückzug enden.


Soziale Folgen und Risiken können sein: 

Aufgrund depressiver Verstimmungen, sowie dem ständigen beschäftigt sein mit Essen, kann das Leben oftmals nicht aktiv bewältigt werden. Die Leistung im Studium, der Lehre, im Beruf oder bei der Arbeitssuche fallen zurück. Dieser Leistungsrückgang führt jedoch noch tiefer in die Selbstzweifel.
Überwiegend bei der Magersucht kann es im Gegensatz dazu auch zur Überanpassung oder einem extremen Karrieredrang kommen.

Essgestörte Menschen sind einem enormen Druck ausgesetzt, obwohl sie ernsthafte Schwierigkeiten haben, müssen sie gesellschaftlich funktionieren. Treten erste Probleme im Umfeld auf, stößt dieses häufig auf Unverständnis, da die Essstörung nicht erkannt oder nicht verstanden wird.