Ursachen

Warum leide gerade ich an Bulimie oder Magersucht ?

Dies Frage beschäftigt jeden der an einer Essstörung leidet. Essstörungen werden als „multifaktoriell“ bedingt beschrieben, das heisst, dass es nicht den Einen Auslöser für die Bulimie oder Magersucht gibt, sondern das Zusammenwirken mehrerer Faktoren begünstigt deren Entstehung.

Jeder Mensch wird durch seinen individuellen Lebens- und auch Leidensweg geprägt. Oft wird keine Möglichkeit gesehen, bestimmte äußerliche oder seelische Probleme naheliegend aus dem Weg zu räumen. Diese werden verdrängt und sammeln sich im Laufe des Lebens an. Irgendwann sind es zu viele unbewältigte Konflikte, sei es die fehlende Liebe des Vaters oder der Mutter, das Gefühl immer alles mit sich alleine ausmachen zu müssen oder die vielen Aussagen, die einem das Gefühl vermitteln nichts hinzubekommen. Man spürt, dass irgendetwas mit einem nicht stimmt, ohne es definieren zu können.

Häufig wird mit dem Essen angefangen um unangenehme Gefühle, welche sich wie eine Panik äußern können, zu unterdrücken und zu bewältigen. Essen und die Bulimie wird dann zur “Krücke” die einem als Bewältigungsstrategie innerer Konflikte dient. Aufgrund des Schönheitsideales und der drohenden Gewichtszunahme wird die verschlungene Menge jedoch wieder erbrochen. Oft wird auch versucht dieser, durch übermäßigen Sport, entgegenzuwirken. Im Gegensatz zum verbreiteten “Irrglaube”, ist die Ursache der Bulimie somit nicht einfach nur ein Erbrechen um dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen.

Bei der Magersucht wird das Essen häufig eingesetzt um selbst noch Kontrolle über etwas zu empfinden. Personen die an Magersucht leiden fühlen sich oft fremdbestimmt und erleben die “selbstbestimmte” Verweigerung der Nahrung als ein Akt der Autonomie.


Mögliche Faktoren

Persönliche Faktoren:

  • Ein geringer Selbstwert und Minderwertigkeitsgefühle
  • Konfliktvermeidung und das ständige Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse
  • Hohe Abhängigkeit von der Anerkennung der Freunde und Familie
  • Hohe Diskrepanz zwischen dem was die Person ist und wie sie gerne sein möchte
  • Gedanken welche die Person ständig erniedrigen
  • Gedanken welche ständig um Probleme kreisen
  • Wenig andere Bewältigungsstrategien für Konflikte als die Essstörung
  • Schlechte sexuelle Erfahrungen und/oder traumatische Erlebnisse
  • Oft das Gefühl von Fremdbestimmung
  • Häufiges Diätverhalten
  • Essen als Belohnung wurde als Lernerfahrung gespeichert

Gesellschaftliche Faktoren:

  • Medien: (Schlankheits-) Ideale in Zeitschriften und Fernsehen
  • Glücksvorstellung: In Abhängigkeit von Schönheit, Leistung und Konsum
  • Geschlechterrolle: Fürsorglich und Durchsetzungsstark

Eine nähere Darstellung der Zusammenhänge von Bulimie, persönlicher Entwicklung und der Gesellschaft erhalten Sie im Vortrag “Bulimie verstehen!”.